Der Entsorgungsring und die Müll-Mafia

Das Thema Altöl und Abwasser wurde 1987 erstmals thematisiert und schlug direkt hohe Wellen. Die Kraftfahrzeug-Branche wurde über Neuregelungen der Entsorgung und die Informations- und Rücknahmepflicht in Sachen gebrauchter Verbrennungsmotoren- und/oder Getriebeöl informiert. Die Themen „Kfz und Umweltschutz“ wurden so vorher noch nicht in Zusammenhang gebracht, so dass nun allgemeine Unsicherheit herrschte. Insgesamt wurde das Thema Umweltschutz immer lauter, so dass die Innung Frankfurt eine für den Innungsbetrieb kostenfreie Beratung über die Vermeidung von Sonderabfällen anbot.

Auch damals schon haftete jeder Kfz-Betrieb in unbegrenzter Höher, unabhängig vom Verschulden, für Schäden, die durch Austreten von Öl, Benzin usw. aus Anlagen entstehen. Anlagen im Sinne einschlägiger Gesetze sind Öl-/Benzinabschneider, Heizöl- oder Benzintanks, aber auch Ölgebinde und Ölfässer. Schäden, die am Grundwasser oder sonstigen Gewässern entstehen, sind meist beträchtlich. An diesem Sachverhalt, hat sich bis heute nichts geändert. Was sich verändert hat ist, dass die Innung 1995 einen Entsorgungsring ins Leben rief, um ihre Mitglieder zu beraten und zu schützen. Durch die Gesetzeslage waren Betriebe und Werkstätten stets abhängig von externen Unternehmen – sowohl in Hinblick auf deren Preispolitik, als auch hinsichtlich der Tatsache, dass der Sondermüll ordnungsgemäß entsorgt wird. Tatsächlich haftet der Auftraggeber über die Entsorgung hinaus. Wenn der beauftragte Entsorger den Sondermüll entsprechend im Wald entsorgt, haftet der Auftraggeber.

Die Innung Frankfurt und Main-Taunus-Kreis war einmal mehr Vorreiter und organisierte den Entsorgungsring, der vertrauenswürdige Unternehmen der Müll-Entsorgung aufnahm, so dass die Innungsmitglieder zum einen wussten, dass sie faire Preise zahlen und zum andern, dass der Müll auch rechtmäßig entsorgt wird.

So friedlich, wie es sich jetzt liest, war die Aktion nicht. Unternehmen, die aus wohlweißlichen Gründen nicht im Entsorgungsring aufgenommen wurden, drohten einigen Vorstandsmitgliedern der Innung persönlich. Es war ein harter Kampf, aber die Müll-Mafia konnte besiegt werden. Mittlerweile arbeitet auch der Landesinnungsverband mit, und das Konzept konnte so auf ganz Hessen übertragen werden. Der Müll wird zu einem Bruchteil der ursprünglichen Preise entsorgt . Vom Transport, über die Berechnung bis zur Entsorgung – alles geht mit rechten Dingen zu – darauf können die Mitglieder nun vertrauen.

Vermeidung von Sonderabfällen

Kfz-Werkstätten bieten Ihren Kunden die verschiedensten Leistungen an: Von der Lackierung und Autowäsche bis zur Wartung und Reparatur. Und so unterschiedlich wie die Leistungen, sind auch die Arbeitsabläufe und die Abfälle, die in den Betrieben entstehen.

Vor allem die Sonderabfälle belasten dabei nicht nur unsere Umwelt, sondern auch den Geldbeutel der Unternehmen: Denn ihre Entsorgung ist aufwendig und teuer.

Die besten Abfälle sind vermiedene Abfälle - und viele Abfälle können mit einfachen Maßnahmen vermieden werden, die wenig kosten, aber die Entsorgungskosten senken.

Über 200 Kfz-Werkstätten im Bereich der Kraftfahrzeuginnung Frankfurt/Main und Main-Taunus-Kreis haben bereits die Chance genutzt, sich im Rahmen des Programms "Beratung und Information zur Vermeidung und Verwertung abgabepflichtiger Sonderabfälle (BIVA)" freiwillig, kostenlos und vertraulich von unabhängigen Umweltfachleuten beraten zu lassen.

Die Betriebsberater konnten schnell feststellen, dass es zwar über 30 Arten von Sonderabfällen in den verschiedenen Werkstätten gibt, dass aber nicht bei allen Abfällen ein gleich großer Beratungsbedarf besteht. Nach Abschluss der Beratungen wurde ein Leitfaden für Kfz-Betriebe erarbeitet.

In diesem Leitfaden werden die Themen angesprochen, zu denen sich Mitarbeiter und Betriebsleiter der Werkstätten am häufigsten beraten ließen. Dabei sind nur die Tipps zur Abfallvermeidung und Verwertung aufgenommen, die sich als praxisgerecht und wirtschaftlich bewährt haben.

Worum geht es im einzelnen? Der Leitfaden befasst sich mit ölverschmutzten Betriebsmitteln, Dosen und Behältern, Ölbindemitteln, Kühler- und Bremsflüssigkeiten. Außerdem gibt der Leitfaden Hinweise auf die Rücknahmeangebote der großen Automobilhersteller. Finanziell ist es besonders interessant, sich die Tipps zum Betrieb des Sandfangs und des Benzinabscheiders anzusehen.

Im Anhang sind die Vermeidungs- und Verwertungs (VV)-Maßnahmen zu allen Kfz-spezifischen Sonderabfällen noch einmal in einer übersichtlichen Tabelle zusammengestellt. Zusätzlich finden Sie dort eine Einteilung der Abfälle nach Rechtsverordnungen, die für Kfz-Betriebe wichtig sind und ein Beispiel dafür, wie sie eine betriebliche Abfallbilanz entsprechend den Anforderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes erstellen können.

Abfallbilanzen

Fallen bei Ihnen im Betrieb mehr als 2 t besonders überwachungsbedürftige Abfälle - z.B. Altöl, Ölfilter, Sandfangrückstände, Ölabscheiderinhalte, ölverschmutzte Betriebsmittel usw. - pro Jahr an? Wenn ja, sind Sie nach §§19, 20 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz zur Erstellung einer jährlichen Abfallbilanz und alle 5 Jahre zur Erstellung eines Abfallwirtschaftskonzeptes verpflichtet. Um den Aufwand zur Erstellung dieser Abfallbilanzen und -konzepte so gering wie möglich zu halten, bietet Ihnen Ihr Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes die Erstellung einer Branchenabfallbilanz und einesBranchenabfallwirtschaftskonzeptes an.

Worin bestehen die Vorteile der Branchenbilanz, gegenüber einer selbst erstellten Bilanz oder einer durch Ihre Entsorger erstellten Bilanz.

  • Es können alle relevanten Abfälle eingegeben werden, vor allem solche mit großen Einsparpotentialen wie hausmüllähnlicher Gewerbeabfall, Abscheiderinhalte usw.
  • Die Bildung von Kennzahlen, z.B. Menge je gewerblicher Mitarbeiter oder Abscheiderentsorgungskosten je Fahrzeugwäsche zeigen glasklar die Abfallreduzierungspotentiale im Betrieb auf.
  • Die Berücksichtigung der Entsorgungskosten in der Branchenbilanz und in der betrieblichen Auswertung zeigen dem Betrieb direkte Wege zur Kostenreduzierung auf.
  • Die Entsorgerdaten werden zentral erfaßt, auf das gesetzlich Erforderliche ergänzt und kontrolliert.

Im Rahmen eines Pilotprojektes haben sich über 50 Kfz-Betriebe das besondere Konzept und den Einsatz moderner EDV-Systeme (Datenbank-Systeme) zu Nutzen gemacht und mit wenig Aufwand wertvolle Informationen zu Ihrem Abfall-Aufkommen und Möglichkeiten der Kosteneinsparung erhalten. Insgesamt wurde im Rahmen des Pilotprojektes ein rechnerisches Einsparpotential von 40-45 % ermittelt.

Und so funktioniert es:

  • Sie erhalten eine rechtssichere Abfallbilanz.

  • Darüber hinaus berechnen der Landesverband des Kfz-Gewerbes Hessen Ihr betrieblichesKosteneinsparpotential für alle von Ihnen angegebenen Abfälle.

  • Der Landesverband gibt Tips zu Möglichkeiten der Kosteneinparung.

  • Durch die zentrale Erfassung über Ihre Innung und Ihren Verband kann eine hochwertige Dienstleistung zu günstigen Konditionen angeboten werden.

Die Kosten für die Abfallbilanz belaufen sich auf 128,- EUR pro Jahr.

weitere Informationen zu Abfallbilanzen unter:

b u d a - service
Kerschlach 2
82396 Pähl

Tel.: 08808 / 92 14 90
Fax.: 08808 / 92 14 91
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