Betriebsärztliche Versorgung und Arbeitssicherheit

Seit 1996 bietet die Innung ihren Mitgliedern zusätzlich auch betriebsärztliche Betreuung sowie eine Fachkraft für Arbeitssicherheit an. Damals wie heute war es der Innung wichtig, die Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitglieder aufzunehmen und engagiert zu vertreten, genauso wie politisch den guten Ruf des Kfz-Gewerbes zu schaffen und zu halten.

Die Unternehmer waren auch damals schon verantwortlich für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz in ihren Betrieben. Großbetriebe hatten und haben teilweise eine eigene Sicherheitsfachkraft. Alle Innungsbetriebe konnten ab 1996 die Arbeitssicherheits-Beratung und -Betreuung der Innung in Anspruch nehmen. Die Mitglieder erhalten von ihrer Innung eine individuelle und objektive Betreuung und Beratung.

Betriebsärztliche Betreuung - Rechtliche Grundlagen

Im Jahr 1974 wurde das betriebliche Arbeitsschutzsystem mit dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) auf eine gesetzliche Basis gestellt. Seither ist der Arbeitgeber, der für die Sicherheit und die Gesundheit bei der Arbeit aller in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer zu sorgen hat, verpflichtet, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu seiner Beratung zu bestellen.

In der Praxis werden zur Zeit etwa 50% aller Arbeitnehmer betriebsärztlich betreut. Diese Betriebsärzte betreuen hauptsächlich mittlere und größere Betriebe. Um diesen Mangel auszugleichen, sind zwischenzeitlich erste Schritte eingeleitet worden, um die Arbeitnehmer kleiner Betriebe stufenweise in die betriebsärztliche Betreuung einzubeziehen. Die Unfallversicherungsträger bereiten Änderungen der Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte" vor. Das bedeutet, zukünftig muß auch ein Kleinbetrieb umfassend betriebsärztlich betreut werden.

Wesentliche Aufgabe des Arbeitgebers im Rahmen seiner Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz ist das frühzeitige Erkennen und Beseitigen arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und Erkrankungen.

Denn diese können bespielsweise Folgen mit verursachen, wie

  • erhöhte Beanspruchung der verbleibenden Arbeitnehmer im Betrieb
  • Störungen im Betriebsablauf
  • Qualitätsmängel
  • Termindruck
  • Nichteinhaltung von Lieferverpflichtungen und führen letztendlich auch zu betrieblichen Mehrkosten

Auch bei der Erfüllung dieser Arbeitsschutzaufgabe unterstützt der Betriebsarzt den Arbeitgeber. Rechtliche Grundlage für die Bestellung eines Betriebsarztes bzw. die Verpflichtung eines überbetrieblichen arbeitsmedizinischen Dienstes ist das Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit(Arbeitssicherheitsgesetz; ASiG) in Verbindung mit der Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte". Ergänzend sind für die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen weitere staatliche Rechtsvorschriften und u. a. die Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge" relevant.

Was macht der Betriebsarzt?

Die Aufgaben des Betriebsarztes sind im § 3 des Arbeitssicherheitsgesetzes beschrieben. Im wesentlichen handelt es sich dabei um:

  • Beratung des Arbeitgebers zur gesundheitsgerechten Gestaltung des Betriebes
  • arbeitsmedizinische Untersuchung, Beurteilung und Beratung der Arbeitnehmer
  • regelmäßige Begehung des gesamten Betriebs
  • Feststellen von Ursachen arbeitsbedingterGesundheitsgefahren und Erkrankungen und Mitarbeit bei deren Verhütung und Beseitigung
  • Verbesserung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes durch Auswertung gewonnener Ergebnisse.

Hat der Kleinbetrieb einen Betriebs-/ Personalrat, so wird auch dieser vom Betriebsarzt in Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes beraten. Der Betriebsarzt kooperiert mit anderen im Arbeits- und Gesundheitsschutz Verantwortlichen.

Welche Schwerpunkte der Betriebsarzt in jedem einzelnen Betrieb setzt, hängt u. a. ab von

  • spezifischen, gesundheitlichen Gefährdungen und Unfallgefahren

  • Betriebsgröße

  • örtlichen Gegebenheiten.

Dafür kann der Betriebsarzt zukünftig branchenspezifische Tätigkeitskataloge verwenden. Diese dienen zum einen der Vereinheitlichung der praktischen Tätigkeit des Betriebsarztes in den Kleinbetrieben, zum anderen geben sie dem Arbeitgeber Informationen über den Ablauf der betriebsärztlichen Tätigkeit. Der Betriebsarzt kontrolliert aber nicht Krankmeldungen der Arbeitnehmer.

Seit dem 01.04.1997 müssen alle Kfz-Werkstätten mit mehr als 11 Mitarbeitern eine betriebsärztliche Betreuung nachweisen. Ab dem 01.04.1999 auch die Kleinstbetriebe mit 1 bis 10 Mitarbeitern. Der Betriebsarzt hat eine Einsatzzeit von 0,5 Stunden pro Jahr pro Werkstattbeschäftigten und 0,2 Stunden pro Jahr pro Büromitarbeiter zu absolvieren. Die Mindesteinsatzzeit sind zwei Stunden pro Jahr.

Seit annähernd zwei Jahren arbeitet die Kraftfahrzeuginnung Frankfurt/Main und Main-Taunus-Kreis mit einem Betriebsarzt eng zusammen. Die Innung hat mit Herrn Dr. med. Ronald W. Kolb eine Rahmenvereinbarung geschlossen, wonach Mitgliedsbetriebe für einen sehr günstigen Stundensatz betreut werden können.

 

weitere Informationen

Innung des Kraftfahrzeuggewerbes
Frankfurt/Main und Main-Taunus-Kreis

 
Heerstr. 149
60488 Frankfurt

Tel.: 069/ 97 65 13-0
Fax: 069/ 76 49 73
E-Mail: info@kfz-innung-ffm.de